Liegt dein regelmäßiges Entgelt ohne variable Boni über der Versicherungspflichtgrenze? Prüfe außerdem, wie sicher dein Gehalt in den nächsten Jahren ist und ob Teilzeit, ein Sabbatical oder eine längere Auszeit für dich denkbar sind.
Das Gehalt nach dem Berufseinstieg oder dem Jobwechsel liegt über der Grenze, und die ersten PKV-Angebote sind schon im Posteingang. Welche Kriterien dann mehr zählen als der heutige Monatsbeitrag.
Die PKV kommt für dich als angestellter Ingenieur erst infrage, wenn dein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Ob die private Krankenversicherung dann zu dir passt, hängt weniger vom heutigen Monatsbeitrag ab als vom Zusammenspiel aus Gesundheit, Familienplanung, beruflicher Entwicklung und der Frage, ob du langfristig privat versichert bleiben willst. Keines der beiden Systeme ist pauschal das bessere.
Als angestellter Ingenieur kannst du dich privat krankenversichern, sobald für dich keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung mehr besteht. Dafür muss dein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen, die auch Versicherungspflichtgrenze heißt. Sie wird jedes Jahr neu festgelegt. Die Versicherungsfreiheit ist ein Wahlrecht: Du kannst auch als freiwilliges Mitglied in der GKV bleiben.
Maßgeblich ist das regelmäßige Entgelt, nicht ein einmaliger Ausreißer nach oben. Zum Grundgehalt zählen in der Regel auch Sonderzahlungen, die vertraglich oder tariflich fest zugesagt sind, etwa Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Variable Bestandteile wie erfolgsabhängige Boni oder vergütete Überstunden werden meist nicht eingerechnet, weil ihre Höhe nicht sicher feststeht. Für Ingenieure in großen Unternehmen mit Erfolgsbeteiligung ist dieser Unterschied wichtig: Das Gesamtpaket kann über der Grenze liegen, das anrechenbare Entgelt darunter.
Wann die Wahl offensteht, hängt vom Anlass ab. Wer mit einem Gehalt oberhalb der Grenze ins Berufsleben startet oder zu einem neuen Arbeitgeber wechselt, kann ab Beginn der neuen Beschäftigung versicherungsfrei sein. Steigt das Gehalt dagegen beim bisherigen Arbeitgeber über die Grenze, endet die Versicherungspflicht in der Regel erst mit Ablauf des Kalenderjahres, sofern das Entgelt auch im Folgejahr voraussichtlich darüber liegt.
Die beiden Systeme berechnen den Beitrag nach unterschiedlichen Prinzipien. In der GKV richtet er sich nach dem beitragspflichtigen Einkommen, allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Einkommen darüber erhöht den Beitrag nicht mehr. In der PKV zählen vor allem Eintrittsalter, Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn und der gewählte Versicherungsschutz. Dein Gehalt spielt für die Höhe des PKV-Beitrags keine Rolle.
Als Angestellter erhältst du in beiden Systemen einen Arbeitgeberzuschuss. In der GKV trägt der Arbeitgeber grundsätzlich die Hälfte des Beitrags, in der PKV beteiligt er sich bis zu einer gesetzlich festgelegten Höchstgrenze.
Für Ingenieure mit steigendem Gehalt ergibt sich daraus ein Unterschied in der Entwicklung. Projektverantwortung, eine Führungsrolle oder eine spezialisierte Position erhöhen in der GKV den Beitrag, bis die Bemessungsgrenze erreicht ist. In der PKV ist der Beitrag nicht an das laufende Einkommen gekoppelt. Fest bleibt er trotzdem nicht: Steigen die Leistungsausgaben im Tarif, kann der Versicherer die Beiträge anpassen. Umgekehrt sinkt der PKV-Beitrag auch dann nicht, wenn dein Einkommen zurückgeht, etwa in Teilzeit oder im Ruhestand. Wer privat versichert ist, plant die Beiträge für das Alter deshalb von Anfang an mit. Was bei deinem heutigen Gehalt günstiger aussieht, sagt wenig darüber aus, wie sich die Kosten über Jahrzehnte entwickeln.
Familienplanung gehört zu den wichtigsten Kriterien, weil sich die beiden Systeme hier deutlich unterscheiden. In der GKV können Kinder sowie Ehe- oder eingetragene Lebenspartner ohne eigenes oder mit geringem Einkommen unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei familienversichert werden. Eine solche Familienversicherung gibt es in der PKV nicht. Jede privat versicherte Person braucht einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag.
Deine Entscheidung kann auch die Kinder eines gesetzlich versicherten Partners betreffen. Sind die Eltern verheiratet, ist ein Elternteil privat versichert, verdient mehr als der gesetzlich versicherte Partner und liegt über der Versicherungspflichtgrenze, ist die beitragsfreie Familienversicherung der Kinder in der GKV in der Regel ausgeschlossen. Die Kinder werden dann privat oder freiwillig gesetzlich versichert.
Eine Elternzeit oder eine spätere Teilzeitphase verändert das Einkommen und damit unter Umständen den Versicherungsstatus. Sinkt das regelmäßige Entgelt unter die Versicherungspflichtgrenze, kann erneut Versicherungspflicht in der GKV entstehen. Für bestimmte Fälle, etwa Teilzeit während der Elternzeit, gibt es Möglichkeiten, sich davon befreien zu lassen und privat versichert zu bleiben. In einer Elternzeit ohne Gehalt läuft der PKV-Beitrag weiter, ein Arbeitgeberzuschuss wird in dieser Zeit nicht gezahlt.
Wie stark diese Punkte wiegen, zeigt ein vereinfachtes Beispiel: Ein alleinstehender Berufseinsteiger, der in den nächsten Jahren keine Familie plant, hat eine andere Ausgangslage als ein verheirateter Ingenieur mit zwei Kindern, dessen Partnerin in Teilzeit arbeitet. Beide können dasselbe Gehalt haben und trotzdem zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, weil bei der Familie die Beiträge für jedes Familienmitglied und die Einkommen beider Partner ins Gewicht fallen. Hilfreich ist deshalb neben dem heutigen Gehalt der Blick darauf, wie dein Leben in fünf oder zehn Jahren aussehen könnte.
In der PKV entscheidet eine Gesundheitsprüfung mit über Aufnahme und Konditionen, in der GKV gibt es eine solche Prüfung nicht. Im Antrag fragt der Versicherer zum Beispiel nach früheren und aktuellen Erkrankungen, chronischen Beschwerden, Operationen, Medikamenten, Behandlungen, Psychotherapien, Untersuchungen und Krankenhausaufenthalten. Welche Zeiträume abgefragt werden und wie die Fragen formuliert sind, hängt vom Versicherer und vom Tarif ab.
Eine Vorerkrankung schließt die PKV nicht automatisch aus. Je nach Einzelfall nimmt der Versicherer zu normalen Bedingungen an, verlangt einen Risikozuschlag, vereinbart einen Leistungsausschluss oder lehnt den Antrag ab. Die Gesundheitsfragen sollten vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Unvollständige oder falsche Angaben können dem Versicherer später Rechte bis hin zum Rücktritt vom Vertrag geben.
Daraus ergibt sich die Frage nach dem Zeitpunkt. Wer heute gesund ist, kann in einigen Jahren eine Diagnose oder Behandlung in der Akte haben, die einen späteren Antrag erschwert. Das ist kein Grund, den Wechsel zu überstürzen. Es spricht aber dafür, die eigene Gesundheitsgeschichte realistisch einzuschätzen und nicht stillschweigend davon auszugehen, dass ein späterer Antrag zu denselben Bedingungen möglich ist.
Der Rückweg in die GKV ist nicht frei wählbar. Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse wirst du nur, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein typischer Weg ist eine erneut eintretende Versicherungspflicht, etwa weil dein regelmäßiges Entgelt unter die Grenze sinkt. Eine einfache Kündigung des PKV-Vertrags reicht dafür nicht aus.
Mit zunehmendem Alter wird dieser Weg enger. Ab einem bestimmten Alter bleiben auch Angestellte, deren Einkommen unter die Grenze fällt, unter weiteren Voraussetzungen versicherungsfrei und damit in der PKV. Im Ruhestand kommt die Krankenversicherung der Rentner für langjährig privat Versicherte in der Regel nicht infrage, weil dafür Vorversicherungszeiten in der GKV nötig sind.
Wer sich für die PKV entscheidet, entscheidet sich deshalb für viele Jahrzehnte. Vorher lohnt sich die Frage, ob du langfristig privat versichert bleiben kannst und willst, auch mit Familie, in Teilzeit und im Ruhestand.
Liegt dein regelmäßiges Entgelt ohne variable Boni über der Versicherungspflichtgrenze? Prüfe außerdem, wie sicher dein Gehalt in den nächsten Jahren ist und ob Teilzeit, ein Sabbatical oder eine längere Auszeit für dich denkbar sind.
Welche Erkrankungen, Behandlungen und Medikamente gab es in den Zeiträumen, die Versicherer abfragen? Arztberichte und Befunde helfen dir, die Antworten vollständig und nachvollziehbar zu geben, bevor du einen Antrag stellst.
Planst du eine Ehe oder Kinder, und wie viele Personen wären später abzusichern? Bedenke auch, wie sich das Einkommen deines Partners entwickeln könnte und ob einer von euch zeitweise weniger arbeiten möchte.
Kannst und willst du dauerhaft privat versichert bleiben? Dazu gehören die Beiträge im Ruhestand und das Wissen, dass der Weg zurück in die GKV nur unter bestimmten Voraussetzungen offensteht.
Ja, wenn du dein Einkommen bei längerer Krankheit absichern willst, brauchst du in der PKV ein Krankentagegeld, weil die private Krankenversicherung kein gesetzliches Krankengeld zahlt. Das Krankentagegeld springt ein, wenn du nach dem Ende der Lohnfortzahlung weiter arbeitsunfähig bist. Höhe und Beginn legst du im Vertrag fest. Wichtig ist das Zusammenspiel mit der Berufsunfähigkeitsversicherung: Je nach Bedingungen endet das Krankentagegeld, sobald Berufsunfähigkeit festgestellt wird. Damit zwischen beiden Verträgen keine Lücke entsteht, sollten Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsrente aufeinander abgestimmt sein. Deshalb betrachten wir PKV und BU bei Ingenieuren immer gemeinsam.
Einen verlässlichen Überblick bekommst du, wenn du deine Unterlagen zusammenträgst, bevor du die Gesundheitsfragen beantwortest. Als gesetzlich Versicherter kannst du bei deiner Krankenkasse eine Auskunft über die abgerechneten Leistungen anfordern. Ergänzend helfen Arztberichte, Entlassungsbriefe und Befunde, die du bei deinen Ärzten anfragen kannst. Die Auskunft der Kasse enthält manchmal Diagnosen, an die du dich selbst nicht erinnerst, weil sie nur in der Abrechnung auftauchen. Solche Einträge klärst du am besten vorab mit dem behandelnden Arzt, damit deine Angaben im Antrag vollständig und stimmig sind.
Bei einer anonymen Risikovoranfrage werden deine Gesundheitsangaben ohne deinen Namen an einen oder mehrere Versicherer geschickt, um vorab zu erfahren, zu welchen Bedingungen ein Antrag voraussichtlich angenommen würde. Der Vorteil: Eine mögliche Ablehnung erfolgt nicht auf einen Antrag unter deinem Namen, den du bei späteren Anträgen angeben müsstest. Nicht jeder Versicherer bietet dieses Verfahren an, und die Einschätzung gilt nur, wenn die gemachten Angaben vollständig und richtig sind. Besonders sinnvoll ist eine Voranfrage, wenn Vorerkrankungen, Behandlungen oder Psychotherapien in der Gesundheitsgeschichte stehen.
Ja, wer gesetzlich versichert bleibt, kann einzelne Leistungen über private Zusatzversicherungen ergänzen, zum Beispiel für Zahnersatz, Sehhilfen oder Krankenhausaufenthalte mit Ein- oder Zweibettzimmer und Chefarztbehandlung. Die gesetzliche Grundabsicherung und die Möglichkeit der Familienversicherung bleiben dabei erhalten. Auch Zusatzversicherungen stellen in der Regel Gesundheitsfragen, und Leistungen sowie Wartezeiten unterscheiden sich je nach Tarif. Eine private Vollversicherung ersetzen sie nicht. Sie verbessern den gesetzlichen Schutz in den Bereichen, die dir besonders wichtig sind.
PKV-Beiträge können im Laufe der Jahre steigen, weil Versicherer sie anpassen dürfen, wenn die Leistungsausgaben im Tarif dauerhaft höher ausfallen als kalkuliert. Das Älterwerden allein ist dagegen kein Grund für eine Erhöhung: Ein Teil des Beitrags fließt in jungen Jahren in sogenannte Alterungsrückstellungen, die höhere Kosten im Alter abfedern sollen. Zusätzlich sieht das Gesetz einen Zuschlag vor, der die Beiträge im Alter entlasten soll. Wie stark die Beiträge tatsächlich steigen, lässt sich nicht vorhersagen. Bei der Tarifwahl lohnt deshalb der Blick darauf, ob ein Tarif Bausteine zur Beitragsentlastung im Ruhestand anbietet.
Ob die PKV für dich als Ingenieur passt, hängt von deinem Gehalt, deiner Gesundheitsgeschichte und deinen Plänen für die nächsten Jahre ab. Diese Punkte lässt du am besten zusammen bewerten, solange die Entscheidung noch offen ist und deine Gesundheit von heute zählt.
Wir rechnen beide Wege mit dir durch und stimmen die Krankenversicherung gleich mit deiner Berufsunfähigkeitsabsicherung ab. Einen Vertrag schließt du in diesem Gespräch nicht ab, dafür gibt es bei uns immer einen eigenen Termin.